Was ist vegane Kosmetik?

Vegane Kosmetik ist die einzige ethisch korrekte Variante, sich zu pflegen und zu schminken. Denn zum einen sind Tiere keine Nutzobjekte sondern Lebewesen. Es liegt an uns Menschen, ihnen ein angenehmes und lebenswertes Leben auf der Erde zu ermöglichen.

Zum zweiten ist Tierhaltung, und in der Industrie ist es nun mal die Massentierhaltung, nicht mit einem angenehmen Leben vergleichbar. Die Tiere erhalten kaum Auslauf, leben oft auf wenigen Zentimetern Platz, werden gequält, meist sogar Familenverbände gewaltsam auseinandergerissen. Dass Tiere darunter leiden, ist bestimmt jedem klar, wenn er sich in deren Haut auch nur annähernd hineindenken kann.

Die Hinterlassenschaften aus Massentierhaltung in Form von Exkrementen verunreinigt unser Trinkwasser und unsere Böden. Nitrat und Hormone gelangen in unser Wasserglas, in unseren Kaffee, den wir täglich trinken. Zu diesem Problem kommt noch die Umweltverschmutzung in Form der dazu benötigten, mit Diesel und Strom betriebenen Anlagen und Gerätschaften. Feinstaub und krebserregende Stoffe werden beim Verbrennen von Diesel frei. Und wir reden hier nicht von Fahrzeugen, die der Euro-6-Norm entsprechen, sondern von teils jahrzehntealten landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die schon seit Generationen in den Betrieben genutzt werden.

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Methan und Abwärme schädigen das Klima zusätzlich. Und die Angestellten in diesen Betrieben erhalten oft gerade einmal den gesetzlichen Mindestlohn, wenn sie das Glück haben in Deutschland angestellt zu sein.

Vegane Kosmetik ist aus verschiedenen Bausteinen aufgebaut. Zum einen wird auf tierische Bestandteile wie aus Kadavern gewonnenes Fett, Bestandteile von Sperma oder Plazenta, Farbstoff aus Schildläusen oder auf Milch, Honig und Binenenwachs in der Kosmetik verzichtet. Zudem ist vegane Kosmetik weder als fertiges Produkt noch in seinen Bestandteilen an Tieren getestet worden.

Wie wird gewährleistet, dass die Produkte hautverträglich sind?

Zum einen sind die Rohstoffe von hochwertiger veganer Kosmetik rein natürlichen Ursprungs. Das bedeutet, sie werden oft schon seit jahrhunderten in der Kräuterheilkunde von Naturvölkern verwendet.

Zum anderen testen einige Kosmetikhersteller die fertigen Produkte zuerst an Freiwilligen oder gehen den kostspieligeren Weg über klinische Studien.

Warum keine Tierversuche?

Tierversuche sind in höchstem Maß unethisch. Erstens ist nicht gewährleistet, dass im menschlichen Versuch ein ähnliches Ergebnis erzielt werden könnte wie im Tierversuch. Denn Menschen und Tiere unterscheiden sich zwar scheinbar nur gering in ihrer DNA, doch sind die schlussendlichen Lebewesen grundverschieden aufgebaut. Dies äußert sich zum Einen optisch, zum zweiten kann man es am Lebensraum und an der Ernährung festmachen. Drittens ist aber ein Lebewesen nicht allein anhand seiner Zellen festzumachen, sondern man muss das komplette Verhalten und das ganze Ökosystem des einzelnen Lebewesens betrachten.

Eine Affenmutter und ihr Junges in Freiheit
„Wir danken dir von Herzen dafür, dass du keine Kosmetikprodukte kaufst, die an Tieren getestet wurden.“

Der Mensch beispielsweise bewegt sich anders, er hat einen eigenen Schlafrhythmus, er ist von oben bis unten mit einem Ökosystem aus Bakterien und Milben bewohnt, und auch in seinem Inneren leben beinahe mehr Bakterien als er eigentlich Zellen besitzt. Dieses Ökosystem ist von Art zu Art komplett unterschiedlich und kann im Tierversuch oder auch im Labor an extrahierten Zellen nicht simuliert werden. Deshalb macht es keinen Sinn, Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen abzubilden.

Warum vegane Kosmetik?

Warum eigentlich nicht? Tierische Inhaltsstoffe in Körperpflege und dekorativer Kosmetik verderben leicht, riechen meist nicht sonderlich gut und müssen daher chemisch vorbehandelt werden damit sie nicht verderben und zudem müssen der Kosmetik zusätzlich Konservierungsstoffe beigemischt werden, die dem menschlichen Körper nicht gut tun. Man kennt einige beispielsweise unter Parabenen.

Eine Frau trägt Heilkräuter und Blumen auf ihr Gesicht auf als Symbolbild für vegane Kosmetik
Vegane Kosmetik: Heilkräuter auf der Haut

Woran erkenne ich vegane Kosmetik?

Das ist im Prinzip ganz einfach. Zum Einen ist vegane Kosmetik mit dem grünen V gekennzeichnet. Zum Anderen ist sie im besten Fall bei PETA gelistet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass bei der Herstellung komplett auf Tierleid verzichtet wird.

Was ist an Kosmetik sonst noch wichtig

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe eines Kosmetikprodukts müssen auf der Verpackung gut sichtbar aufgelistet sein. Du findest sie dort als INCI-Liste meist in einheitlich wissenschaftlicher Sprache. Doch um diese Sprache zu verstehen, braucht man eigentlich ein Chemiestudium oder man eignet sich die Begrifflichkeiten an. Es gibt jedoch ein paar Tricks, wie man die üblichen Verdächtigen ganz leicht identifiziert.

Parabene

Was sind Parabene?

Parabene werden in der Kosmetik als Konservierungsstoffe eingesetzt. Dadurch sind die Produkte länger haltbar. Denn im Regal müssen Kosmetika mindestens 24 Monate haltbar sein und im geöffneten Zustand mindestens weitere 12 Monate. Ansonsten würden Drogeriemärkte das Risiko nicht eingehen, die Produkte auf Vorrat zu halten und im Regal zu verkaufen.

Wie sinnvoll es nun ist, Konservierungsstoffe auf die Haut aufzutragen, bleibt jedoch als Frage offen. Denn sie konservieren keine lebenden Zellen, schaden diesen jedoch oft.

Wie schaden diese dem menschlichen Körper?

Parabene stehen im Verdacht, potenziell krebserregend zu sein und wirken zudem im Körper wie Hormone.

Wie erkenne ich Parabene?

Parabene erkennst du in der INCI-Nomenklatur an der Endung -paraben. Beispiel: Ethylparaben, Methylparaben, Propylparaben, Isopropylparaben, …

Silikone

Was sind Silikone?

Silikone werden als Trägermaterial und Füllstoffe in Kosmetika eingesetzt. Sie kommen in der Natur nicht vor.

Wie schaden diese dem menschlichen Körper?

Silikone legen sich auf der Haut ab und bilden einen undurchlässigen Film. Dadurch kann die Haut nicht mehr atmen und beginnt auszutrocknen und zu schuppen.

Wie erkenne ich Silikone?

In der INCI-Nomenklatur erkennst du Silikone an den Endungen -one oder an einem zwischengeschobenen -on-, was nun schon viel schwieriger zu erkennen ist. Beispiel: Dimethicone, Dimethiconol

Mineralöl

Was ist Mineralöl?

Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und wird kosmetischen Produkten aufgrund seiner guten Streichfähigkeit und seines blütenweißen Aussehens beigemischt.

Mineralöl in veganer Kosmetik muss nicht sein …
Wie schadet Mineralöl dem menschlichen Körper?

Auf der Haut bildet Mineralöl eine wasserundurchlässige Schicht. Dadurch trocknet im weiteren Verlauf die Haut aus, da durch Schwitzen Salz unter die Erdölschicht gebracht wird. Das Wasser wird dadurch aus den tieferliegenden Hautschichten gezogen. Es bilden sich vermehrt Falten.

Bei großflächigem Einsatz kann die Haut nicht mehr atmen, der Körper kann überhitzen und es kann zu Hitzestau kommen. Dieser ist besonders für Kinder und ältere Menschen, aber auch für gesundheitlich vorbelastete Menschen oder unter außergewöhnlicher Belastung gefährlich.

Wie erkenne ich Mineralöl?

In der INCI-Nomenklatur findest du Mineralöle als Cera Microcristallina, Microcristallina Wax, Ceresin, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffin, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Vaseline und weiteren Namen.

Potentielle Allergene

Was sind potentielle Allergene?

Das ist so pauschal leider gar nicht zu sagen, denn es gibt zahlreiche potentielle Allergene. Von chemischen bis natürlichen Inhaltsstoffen, von Parabenen bis zu ätherischen Ölen kann alles Mögliche potentiell allergen sein. Es kommt darauf an, wie der Einzelne auf die Stoffe reagiert.

Zu den häufigsten Allergieauslösern jedoch gehören unter Anderem tatsächlich Parabene, Parfum und ätherische Öle.

Wie schaden diese dem menschlichen Körper?

Potentielle Allergene erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Diese kann sich in Schwellungen, Juckreiz, Rötungen und ähnlichen Hautsymptomen zeigen.

Wie erkenne ich potentielle Allergene?

Wenn du allergisch vorbelastet bist, trage am besten einen Allergieausweis mit dir. In diesem notierst du sämtliche Stoffe, auf die du bisher allergisch reagiert hast. Dann kannst du beim Einkauf darauf achten, dass du solche Stoffe meidest.

Darreichung

Die Darreichung von Kosmetika ist vor allem aus hygienischer Sicht und für die Haltbarkeit sehr wichtig. Denn wie du vermutlich bereits festgestellt hast, ist schadstofffreie Kosmetik anfälliger für den Zahn der Zeit.

Am besten kaufst du Produkte, die so verpackt sind, dass keine Luft und keine Keime dran kommen können. Ist deine Creme in einem Tiegel verpackt, so achte darauf, dass du nicht mit den Händen hineinfasst, sondern lege dir einen Spatel zu. Dadurch vermeidest du, dass sich Bakterien im Produkt sammeln und vermehren.

Oder du greifst auf harte Produkte wie Stückseife und Stückcreme zurück. Achte hier jedoch darauf, dass nicht zu viele Duft- und Farbstoffe enthalten sind. Diese machen die Produkte zwar optisch attraktiver und lassen sie auch besser riechen, doch dem Körper wiederum und auch der Umwelt schaden sie auf Dauer.

Wie erkenne ich schadstofffreie Kosmetik?

vegane Kosmetik ohne Schadstoffe
Vegane Kosmetik ohne Schadstoffe

Jetzt sitzt du hoffentlich nicht so ratlos da, wie ich es mir vorstelle. Ein Tipp ist, dass ein Griff zu Naturksometik mit dem Hinweis vegan oft eine sehr gute Wahl ist. Zudem gibt es Siegel, die dir bei der Auswahl von Kosmetika helfen.

Das Ecocert-Siegel und das noch strengere COSMOS Siegel stehen beispielsweise für schadstofffreie Kosmetik rein aus der Natur.

Ansonsten gilt: Bitte nicht verzweifeln. Denn es gibt für alles eine App. Um Schadstoffe in Kosmetika ausfindig zu machen, empfehle ich gerne die Apps Toxfox und Codecheck.

Und wenn du dich ganz unabhängig von Unternehmen informieren möchtest rate ich dir, auf Kosmetikanalyse zurückzugreifen. Diese wird nämlich von den Usern finanziert anstelle von Unternehmen.